Fragen und Antworten

Welche Rolle spielt die Kennzeichnungskraft der Marke?

Kennzeichnungskraft bezeichnet die Eignung der Marke, sich den konkret für das Produkt angesprochenen durchschnittlichen Verkehrskreisen durch ihre Eigenart oder ihre Bekanntheit einzuprägen und daher als Herkunftsnachweis für die Produkte zu wirken. Praktisch ausgedrückt geht es dabei um die ideale Mischung aus Kreativität und Einprägsamkeit.

Die Marke "Bionade" ist zum Beispiel sehr kennzeichnungsstark. Die Bezeichnung wird mit "Limonade" assoziiert. Sie ist aber weit genug von dieser allgemeinen (als Marke nicht schutzfähigen) Bezeichnung entfernt. Durch den Bestandteil Bio hat sie eine in diesem Kontext ungewöhnliche Komponente. Der Gesamtbegriff "Bionade" ist originell und dennoch sehr einprägsam.

Eine Marke mit Kennzeichnungskraft hat zugleich sehr gute Chancen, einen Marketingerfolg zu befördern.

Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) prüft die Kennzeichnungskraft von Amts wegen. Es trägt die Marke nicht ein, wenn sie nicht ausreichend kennzeichnungskräftig ist. 

Darüber hinaus sind die Aussichten einer eingetragenen Marke gegen eine verwechslungsfähige jüngere Marke erfolgreich vorzugehen umso besser, je mehr Kennzeichnungskraft die Marke aufweist. Dabei spielt dann nicht nur die originäre, sondern auch die durch Benutzung erworbene Kennzeichnungskraft eine Rolle.